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Da die Gefahr der Dauerranz (Hyperöstrogenismus) leider oft unterschätzt wird, hier nochmal ein gesondertes Kapitel zu diesem Thema.
Die Dauerranz ist sozusagen eine nicht von selbst endende Ranzzeit, die bei unkastrierten geschlechtsreifen Fähen auftritt, die nicht gedeckt wurden.

Unter dem Begriff Dauerranz versteht man eine Östrogenvergiftung, d. h. einen überhöhten Spiegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen im Körper, bei der das Knochenmark zerstört wird. Die im Knochenmark produzierten Blutzellen können nun nicht mehr in ausreichender Zahl gebildet werden.
Dies führt zu einer Anämie, sprich einer Blutarmut und ist für die Fähe lebensbedrohlich!

Die Fähe verliert Fell an Rute und Unterbauch, ist nicht mehr so munter, evtl. sogar leicht apathisch und verliert an Gewicht.
Sie wird zusehends schwächer, die Vulva ist stark geschwollen und sondert verstärkt Schleim ab. Die Schleimhäute werden blass und die Fähe wird anfällig für Infektionen.

Bei Verdacht auf Dauerranz muss umgehend (!) ein frettchenerfahrener Tierarzt aufgesucht werden, um die Fähe entsprechend zu behandeln!
Es sollte dann möglichst schnell kastriert werden. In diesem Fall muss die Kastration aufgrund der stärkeren Durchblutung unter erhöhtem Risiko durchgeführt werden, ist aber unumgänglich. Ist das Tier schon zu geschwächt für eine OP, sollte der Allgemeinzustand vor der Kastration durch intensive medizinische Versorgung erst verbessert werden.
Tut man dies nicht, verendet die Fähe meist qualvoll.
Von einer Hormontherapie ist abzuraten, da diese häufig zu einer Vereiterung der Gebärmutter führen kann, welche oft unentdeckt bleibt und dann ebenso zum Tode führen kann.
 

Wird mit einer Fähe nicht gezüchtet, sollte sie ca. ab dem 9. Lebensmonat,
spätestens jedoch im darauf folgenden Januar/Februar kastriert (nicht
sterilisiert!) werden, um die Gefahr einer Dauerranz zu vermeiden!