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Da wir Frettchen Fleischfresser sind, solltet Ihr sowohl beim Nass- als auch beim Trockenfutter darauf achten, dass der Hauptbestandteil des Futters Fleisch ist.
Zudem haben Frettchen einen hohen Bedarf an Proteinreicher Nahrung (zu 100% tierischem Ursprungs!) und guten Fetten. Auch Taurin darf, wie auch bei Katzen, bei einer ausgewogenen Ernährung nicht fehlen.

Bitte füttert nur hochwertiges Futter, um Mangelerscheinungen durch falsche Ernährung vorzubeugen. Minderwertiges Futter erkennt Ihr meist daran, dass bei den Inhaltsangaben an erster Stelle "Getreide, Soja oder pflanzliche Nebenprodukte" steht. An erstere Stelle sollte grundsätzlich Fleisch stehen! Auch wenn in den Inhaltsstoffen Zucker oder Karamell aufgeführt ist, sollte man es besser im Regal stehen lassen.
Das Nassfutter kann durch die Zugabe von etwas Distel-, Lachs- oder Rapsöl, welches Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren enthält noch etwas aufgewertet werden. Um bei der Zugabe dieser Öle sicher zu stellen, dass auch jedes Frettchen seine Portion ab bekommt, kann man das Frettchen auch das Öl direkt vom Löffel schlecken lassen.

Ausreichend frisches Trinkwasser sowie Trockenfutter sollte rund um die Uhr zur Verfügung stehen! Frettchen fressen immer nur soviel, bis sie satt sind, dadurch entfällt die Gefahr des Überfressens.
Bei den sogenannten Nippeltränken besteht die Gefahr, dass die Frettchen zu wenig Wasser aufnehmen, daher besser Näpfe oder andere geeignete Gefäße als Trinkmöglichkeit verwenden!

Ein gutes Trockenfutter sollte einen relativ hohen Gehalt an Rohprotein (mind. 36%), Rohfett (mind. 20%) und einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren enthalten. Zudem natürlich möglichst viele Vitamine und optimalerweise auch etwas Taurin.
Je höher der Rohprotein- und Fettgehalt, desto energiereicher ist das Trockenfutter.
Als Trockenfutter bekommen wir z.B. eine Mischung aus Frettchen4You & Kennel Nutrition Ferret. Eine Mischung mehrerer Trockenfuttersorten ist empfehlenswert, um das Frettchen auch mit allem Wichtigen zu versorgen und um zu verhindern, dass die Frettchen nur eine bestimmte Sorte annehmen, was zum Beispiel bei der Urlaubspflege im schlimmsten Fall zu Nahrungsverweigerung führen könnte.

Zusätzlich Frischfleisch oder auch ganze Futtertiere zu fütten ist sehr wichtig!
Übers Internet oder auch in Zoofachgeschäften in der Reptilienabteilung kann man gefrorene Beutetiere, wie z.B. Eintagsküken, Mäuse, Ratten, Hamster, Wachteln oder auch Tauben beziehen.
Diese werden dann im aufgetauten Zustand verfüttert.
Ganze Beutetiere sind vor allem deswegen wichtig, da das Frettchen somit eine ausgewogene Mahlzeit aus Fleisch, Knochen (beugen Kalziummangel vor), Innereien, Fetten, Fell oder Federn erhält und dies in einem optimalen Verhältnis. Wer Anfangs noch Probleme mit dem Füttern von Futtertieren hat, kann auch auf gewolfte Futtertiere zurückgreifen. Viele Frostfutter-Versand-Anbieter haben inzwischen auch gewolftes Fleisch in ihrem Produktsortiment.
Beim Füttern von Frischfleisch sollte man darauf achten, dass mehr Muskelfleisch (z.B. Herz) gefüttert wird als Innereien. Frischfleisch oder Futtertiere sollten am Besten morgens und abends zu festen Futterzeiten gereicht werden.

Das Frischfleisch sollte am Besten roh verfüttert werden, da beim Kochen wichtige Vitamine verloren gehen. Desweiteren splittern die Knochen, wenn das Fleisch gekocht ist, was zu gefährlichen Verletzungen oder sogar zum Ersticken des Frettchens führen kann!
Die Behauptung, dass Frettchen bzw. Tiere allgemein durch füttern von rohem Fleisch zu blutrünstigen kleinen Monstern werden ist ein (leider weit verbreiteter) Irrglaube! Rohes Fleisch ist zwingend notwendig, um ein Frettchen gesund und artgerecht ernähren zu können!
Füttert Ihr jedoch nahezu täglich Frischfleisch und keine Futtertiere wie z.B. Küken oder Mäuse, besteht das Problem, dass dies bei den Frettchen zu Kalziummangel führen kann, denn im Frischfleisch fehlen die Knochen, welche ein wichtiger Kalziumlieferant sind. In diesem Fall sollte mit einem Tierarzt besprochen werden, ob die Zugabe von Kalzium erforderlich ist. Achtung: Die Menge der Kalziumzugabe muss unbedingt von einem Tierarzt festgelegt werden, da eine Überdosierung von Kalzium schädlich ist! Man kann das Problem ein wenig ausgleichen, indem man Hähnchenhälse füttert. Diese sind zwischen den einzelnen Wirbeln bei Bedarf auch ganz einfach in kleinere Stücke zu portionieren. Besser ist es jedoch, die Tiere von Anfang an neben Frischfleisch auch an Futtertiere zu gewöhnen, so dass das Problem des Kalziummangels garnicht erst auftritt.

Frischfleisch, welches wir nicht fressen dürfen ist Schweinefleisch, dazu zählen natürlich auch Schweineinnereien!
Dieses enthält nämlich den gefährlichen Aujeszky-Virus, der für uns Frettchen tödlich endet!
Wenn wir jedoch so ein leckeres Schweinelendchen oder ein Schnitzel auf Eurem Teller liegen sehen, interessiert uns das wenig (naja, da ist halt die Gier größer als die Vernunft). Also immer die Augen auf - sonst ist es weg!

Auch Süßwasserfisch solltet Ihr uns nicht geben, da dieser uns das wichtige Vitamin B1 entzieht. Salzwasserfisch hingegen ist unbedenklich und zudem ein hochwertiger Proteinlieferant. Zum Salzwasserfisch zählen z.B. Rotbarsch, Barsch, Kabeljau, etc.

Obst- und Gemüse-Stückchen sowie Leckerlies sollte es nur ab und zu und in Maßen geben!
Dass zu viele Leckerlies nicht gesund sind versteht sich ja von selbst; Gemüse können wir Frettchen nicht richtig verwerten, so dass es auch eher als gelegentliche Leckerei geeignet ist. Und da in Obst Fruchtzucker enthalten ist, kann zuviel davon unter anderem zu Zahnproblemen führen. Es sollten keine Zitrusfrüchte und auch nur leicht verdauliches Gemüse gefüttert werden (kein Kohl!).

Gegen 1 Eigelb pro Woche ist aber überhaupt nichts einzuwenden. Das mögen wir sehr gerne und außerdem bekommen wir schönes, glänzendes Fell davon. Das Eiweiss darf in rohem Zustand nicht gefüttert werden, da es Avidin enthält, welches Vitamin B zerstört. In gekochter Form ist die Gabe von Eiweiss jedoch in Ordnung. 
Vor allem während des Fellwechsels ist die Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln wie Eigelb, Bierhefetabletten, Dorschlebertran oder Hefeflocken wichtig! Dies steigert das allgemeine Wohlbefinden der Frettchen und ist gut für Haut und Fell. Bierhefetabletten lassen sich gut zermörsern und unters Nassfutter mischen. Auch Hefeflocken kann man ganz einfach übers Nassfutter geben. Die Zugabe von Eigelb entfällt jedoch, wenn man Küken verfüttert.

Sind Frettchen an Babybrei als Leckerei gewöhnt, eignet sich dieser sehr gut, um im Krankheitsfall Medikamente darunter zu mischen. Babybreis ab dem 4. Monat (da sind meistens schon kleine Stückchen drin enthalten) wie z.B. Pute mit Reis, Rindfleisch mit Nudeln, Hühnchen mit Kartoffeln und Tomate oder einfach das obligatorische "Karottengläschen" werden meist gerne angenommen. Nach einer OP oder nach schwerer Krankheit mit Fressunlust kann man dem Frettchen so wenigstens ein wenig fleischhaltige Kost zuführen. Man kann diesen Brei natürlich auch noch mit etwas Öl, Eigelb oder Bierhefe ein wenig aufpeppen oder etwas Convalescence-Pulver (eine Art Astronautennahrung für erkrankte oder geschwächteTiere) darunter mischen. Dies jedoch am Besten nach Rücksprache mit dem Tierarzt.

Vitaminpaste (Gimpet, NutriCal, CaloPet) enthält zwar wichtige Vitamine und Spurenelemente, sollte jedoch ausschließlich und vor allem in Maßen als Belohnung gegeben werden, da darin auch schädlicher Zucker enthalten ist! Ausserdem ist eine Überdosierung der darin enthaltenen fettlöslichen Vitamine fürs Frettchen eher schädlich.
Auch bei Tierarztbesuchen lassen sich die Frettchen oft mit etwas Vitapaste bestechen und halten dann eher still. Das Frettchen etwas Vitaminpaste direkt von der Hand schlecken zu lassen, fördert ausserdem das Vertrauen zwischen Dosenöffner und Frettchen und schafft eine Form der Verbundenheit.

Aber wie schon oben gesagt: bitte immer daran denken, dass Fleisch unser Hauptnahrungsmittel ist und auch bleiben sollte!

Wir Frettchen haben nur einen kleinen Magen. Dessen Fassungsvermögen beträgt ca. 50 cm2 = 50 bis 100g Futter.

Da wir nur einen kurzen Dünndarm haben, geht die Verdauung bei uns in der Regel sehr schnell (ca. 3-4 Stunden). Daher rennen wir auch so oft aufs Klo *g*.
Aufgrund der schnellen Verdauung ist jedoch die Produktion von Verdauungsenzymen sehr gering, weswegen Frettchen leider (vor allem bei Kohlehydraten) eine schlechte Nahrungsverwertung haben.

Empfehlenswerte von uns getestete Onlineshops:

Frostfleisch und Futtertiere: www.das-tierhotel.de und www.zoobedarf-hitzegrad.de 
Nass- und Trockenfutter: www.frettchen4you.de und www.zooplus.de